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 Buchtip
Zu diesem Thema empfehlen wir:
Frank Mutschmann's
"Die Strumpfband-
nattern"
,
erschienen in der
Neuen Brehm-
Bücherei
 Terrarium
Strumpfbandnattern sind, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet, leicht im Terrarium zu pflegen. Diese Dinge sind: ausreichend Wärme, frisches Wasser, Versteckmöglichkeiten und regelmäßiges Futter. Wie man diese Dinge allerdings umsetzt, sei jedem selbst überlassen. Zu Quarantänezwecken, bei der Jungtieraufzucht und im Krankheitsfall ist ein sogenanntes „Sterilterrarium“ sicherlich gut geeignet. Hier hält man die Tiere in einem zweckmäßigen Becken mit einer Wasserschüssel, einem Kletterast, einem Joghurtbecher oder einer Papprolle (Küchenpapier) o.ä. zum Verstecken und auf einem Bodengrund, der leicht zu entfernen ist, zum Beispiel Küchenpapier, Buchenholzraspel oder Kleintierstreu. Das ist optisch nicht schön, macht aber minimalen Aufwand.
Die Tiere kommen mit diesen Bedingungen auch sehr gut klar und auch eine Nachzucht ist nicht von einem nachgebauten Biotop abhängig. Wobei wir bei der zweiten Möglichkeit wären, einem geräumigen Terrarium mit Wasser, Ufer/Sumpf und Trockenfläche, stellenweise dichtem Bewuchs, Kletterästen, vielleicht noch einem Bachlauf. Vorteile: Wenn das ganze System einwandfrei funktioniert, ist eine solche Anlage eine Augenweide. Allerdings hat man mit Saubermachen, Kontrolle der Tiere und finanziellen Aspekten doch im Vergleich sehr viel mehr Mühe damit. Was noch als Nachteil anzumerken wäre ist die Tatsache, dass in solchen Paludarien, die scheinbar ein Paradies für die Strümpfe sind, oft durch die zu hohe Luftfeuchte Hautkrankheiten auftreten.
Also muss man sich schon im Voraus mit einer guten Belüftung beschäftigen, damit dieses Problem nicht auftreten kann. Mit großen Gazeflächen und gegebenenfalls einem kleinen Ventilator ist schnell geholfen. Denn warmes Wasser, Boden und lebende Pflanzen geben Feuchtigkeit ab. So kann man zum Beispiel auch den Bodengrund nicht aus Erde gestalten, sondern aus Waldbodenstreu aus dem Zoohandel. Ist optisch sehr ansprechend, aber trocken! Diesen füllt man dann entsprechend hoch auf, dass man die Pflanzen in Blumentöpfen lassen kann. Die Streu verdeckt dann die Töpfe. Oder man verkleidet die Töpfe mit Moos (mit Heißkleber drankleben). Moos kann man auch flächig auf den Boden verteilen, darunter verstecken sich die Schlangen mit Vorliebe. Erhöhte, trockene Liegeflächen, ohne Bepflanzung und weiter weg vom Wasser, beugen auch den Hautkrankheiten vor. So kann man auch gute Klimazonen schaffen. Bepflanzt man nämlich das Becken nur in Wassernähe, bekommt man da eine hohe Luftfeuchte.
Bringt man diesen Wasserteil (man muss ja auch mal saubermachen) in den vorderen Teil des Terris, kann man hinten zum Beispiel Wärmespots anbringen und steinige Sonnenplätze, so senkt man lokal die Luftfeuchte, und an einer Seite schafft man durch Waldboden und Moos eine Uferzone. So kann man, wenn man noch ein paar Wurzeln, Rindenstücke und Kletteräste einbringt, ein ansprechendes Biotop nachgestalten und dabei die Gefahr von Hautinfektionen vermindern. Der Wasserteil kann eine flache, bis ca.8cm tiefe Wasserschale sein, mit treppenartigem oder sanft abfallenden Rand. Um ein wenig Wasserbewegung zu haben, kann man eine kleine Membranpumpe hineinlegen.
Ich empfehle, den Wasserbehälter nicht einzukleben, weil sich dann eine Reinigung einfacher macht. Wenn die Pflanzen im Topf bleiben, kann man auch diese herausnehmen zur Reinigung. Wichtig ist jedenfalls, dass alle Nischen des Terrariums für den Halter zugänglich sind. Man muss bedenken, dass man vielleicht mal irgendeinem Tier helfen muss, was sich verfangen hat, Häutungsprobleme hat oder dass man einfach Kot überall entfernen muss.
Noch ein paar Anmerkungen zur Größe: Grundsätzlich hängt auch hier die Größe des Terris von der Anzahl der darin gehaltenen Tiere ab. Dass die Schlangen Platz haben müssen, um sich zu bewegen, versteht sich von selbst. Prinzipiell brauchen Thamnophen keine riesigen Becken, denn sie bleiben vergleichsweise klein und sind sehr schlank. Außerdem können sie sich sehr gut angebotenen Bedingungen anpassen. Der Gesetzgeber sieht vor, dass 2 Tiere der Gattung Thamnophis ein Terrarium der Größe 1,25x0,75x0,5m (LxBxH) an. Jedoch fast alle Halter sind sich einig, dass eine solche Größe kaum praktikabel und notwendig ist. Als Richtwert kann man die Angeben von HALLMEN & CHLEBOWY (2001) nehmen: Für 2 adulte Zuchtpaare in Gemeinschaftshaltung LxBxH 80-90x50x40cm. Babys kann man in Behältern von 25x25x25cm gut großziehen. In zu großen Terrarien werden sie oft zu scheu.
Ein Punkt, den man bei der Haltung von Strumpfbandnattern beachten muss, ist die Ausbruchssicherheit der Terrarien. Für Jungtiere sollte es „Drosophila-dicht“ sein! Strumpfbandnattern sind wahre Ausbruchskünstler. Babyschlangen können sogar an Glasscheiben herumklettern, wenn diese feucht sind!